Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Wenn die Membran gequollen ist...

Moderator: Schattenreiter

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driver001
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Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von driver001 »

Bin gerade dabei den Zylinder + Zylinderkopf nach Revision wieder zusammenzubauen. Die neue Zylinderfußdichtung und Zylinderkopfdichtung werden ja lt. Handbuch trocken (ohne zusätzliche Dichtmasse) eingebaut. Lediglich zwischen Zylinderkopf und Zylinderkopfabdichtung kommt Dichtmasse. Im Handbuch steht hier als Produkt Yamaha Bond Nr. 1215.

Hat jemand hier schon mit einer anderen Dichtmasse gute Erfahrung gemacht? Aktuelle habe ich noch Dirko HT und Curil T2 da. Ich bin mir nur nicht sicher ob man die auch verwenden kann oder ab ich doch noch Threebond 1215 kaufe. Bei Dirko HT hätte ich Bedenken, dass das zu "zähe" ist und die Zylinderkopfabdeckung nicht vollständig auf dem Zylinderkopf aufliegt und somit das Lagerspiel der Nockenwelle zu groß wird. Da würde ich eher zu Curil T2 tendieren.
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JAU
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von JAU »

Dirko (Silkonbasiert) würde ich an der Stelle auch nicht nehmen.
Nachdem die letzte Tube Dirko mal wieder fest war hab ich mir Loctite 518 angeschafft. Bei kleinem Gebinde gefällt mir deren Applikator sehr gut und auch das es erst nach Metallkontakt abbinden, nicht schon im Behälter. Ist aber ein reines Dichtmittel, kein Klebstoff. Die Teile müssen formstabil sein und die Dichtfläche gefräst, nicht geschliffen (trifft bei der Baghi zu).

Falls dir das von der Temperaturbeständigkeit zu gering ist wäre Loctite 510 eine Alternative, das klebt auch ein wenig. Ist aber in einer normalen Flasche.


mfg JAU
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BaghiTom
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von BaghiTom »

Warum nicht das von Yamaha empfohlene Dichtmittel verwenden?
Ich habe das Threebond 1215 bei meiner Motorrevision verwendet - lässt sich sehr gut verarbeiten und hält bisher alles dicht :thumbs:

Gruß
BaghiTom
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von JAU »

BaghiTom hat geschrieben: 09.06.2021, 16:16 Warum nicht das von Yamaha empfohlene Dichtmittel verwenden?
Kann man freilich. Aber auch das Threebond ist silikonbasiert und trocknet in die geöffnete Tube ein.
Loctite hat zwar auch ein Verfallsdatum, wenn dir aber kein Kunde oder Qualitäter im Nacken sitzt kann man da deutlich überziehen ohne das es Probleme macht.


mfg JAU
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BaghiTom
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von BaghiTom »

JAU hat geschrieben: 09.06.2021, 20:27 Aber auch das Threebond ist silikonbasiert und trocknet in die geöffnete Tube ein.
Ab wann passiert das und wie kann man das verhindern bzw. hinauszögern?
Lt. Datenblatt ist das Zeug 12 Monate lagerfähig, jetzt - 9 Monate nach dem Öffnen - ist noch keinerlei Eintrocknen erkennbar.
Wenig Luft beim Verschließen einbringen, sowie kühl und trocken lagern ist ja das was man tun kann - gibt es noch andere "Tricks"?

Gruß
Baghitom
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Stereo
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von Stereo »

Ich nehme Dirko HT, das funktioniert dauerhaft. Dünn ist wichtig, damit nichts in den Kopf gedrückt wird.

Stereo

P.S.: "Zylinderkopfdeckel" heisst das Teil meistens in der Literatur, die drei kleinen Deckel sind dann die ""Ventildeckel"
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von JAU »

BaghiTom hat geschrieben: 10.06.2021, 15:15 Ab wann passiert das und wie kann man das verhindern bzw. hinauszögern?
Kann ich nicht sicher sagen.

Threebond hatte ich auch nie im Haus, aber da es die selbe Chemie ist ziehe ich parallelen zu Dirko. Da hab ich die letzte Tube 2008 gekauft. Braucht man halt, hat man liegen wenn es kurzfristig soweit ist. Wie lange sie lag bevor ich sie geöffnet habe kann ich nicht sagen. Ich kann auch nicht sagen wie lange sie lag bevor sich sie wieder bauchte. Da musste ich aber schon die Öffnung frei pulen weil das Zeug in der Tube fest wurde. Beim nächsten Gebrauch hab ich die Tube seitlich aufgeschnitten um noch was raus zu bekommen. Entsprechend war die Sauerei beim Auftragen.
Loctite 518 hab ich seit 2020 lagerhaltig. Irgendwann davor hab ich die noch halbvolle Tube Dirko weggeworfen.

Man könnte nun argumentieren das ich mit dem 518 noch gar keine vergleichbare Erfahrung habe. Das ist auch korrekt. Aber ich habe Erfahrung mit Loctite 5203, was die gleiche Chemie ist. Da hab ich hier ein Tube die seit 2004 abgelaufen ist. Und heute noch funktioniert. Die Spitze mit 1mm Öffnung ist nicht verstopft und es bindet bei Kontakt mit Metall noch immer ab.
Ich empfehle das Produkt nicht weil es nur halb so großen Spalten überbrückt. An der Baghi mag das kein direktes Problem sein, aber als Allgemeinmittel in der Hobbywerkstatt vielleicht schon.

Zum Schluss möchte ich noch aufs Verhindern/Hinauszögern kommen. Die genannten silikonbasierten Stoffe binden ab wenn sie mit Luft in Kontakt kommen. Um das zu verhindern muss man Luft aussperren. Wer das mit Sanitärsilikonen (ein Produkt was eher zur Anwendung kommt) versucht hat weiß in etwas wie erfolgversprechend der Versuch ist. In der Produktion verhindern wir das Abbinden von Loctite 5970 (Vergleichbar mit Threebond 1215) indem die Applikatorspitze bei Pausen in Glycerin getaucht wird.
Aber genau darin liegt der Clou der anderen Chemie: Man verhindert das Abbinden der Loctite 510/518/5203 nicht indem man Luft aussperrt. Ganz im Gegenteil, Luft im Gebinde macht es sogar eher haltbar. Wie übliche Schraubensicherungen (423 u.a.) reagiert es erst mit Luftabschluss und Kontakt zu Metall. Hält man Metall vom Innern der Tube fern hat man da sehr lange Freude dran.


mfg JAU
Zuletzt geändert von JAU am 13.06.2021, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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driver001
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Re: Dichtmittel für Zylinderkopfabdeckung

Beitrag von driver001 »

Ich werde jetzt das Curil T2 verwenden. Passt lt. Datenblatt und der Motorenbauer, wo ich gerade meinen Zylinderkopf zur Überholung habe, hat das auch mit empfohlen.
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