Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Probleme mit Strippen und Birnchen...

Moderator: kiste73

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frrranky
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Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von frrranky » 08.10.2019, 00:21

Hi Leuts
jetzt ist's mir in 25 Jahre Mopped auch mal passiert: mit der Baggi die Vulkaneifel unsicher germacht (wers kennt, Geroldstein -> Sueden = besser als Sex :D ), Strassensperrung in ner Ortschaft (zum Glueck! , also angehalten, Motor aus, auf dem GPS Umfahrung gesucht, weiter ... denkste, Startrelais klackklack, sonst nix. Zuendung an + Licht an = Garmin geht aus : ohje, Batterie platt.
Erster Verdacht, Regler defekt, Batterie ausgesaugt - andererseits lief das Mopped bis zum Stop perfekt *kopfkratz*.
Mit Starthilfe eines netten Anwohners die Baghira problemlos gestartet, aber nimmt im Stand kein Gas an, spotzt, setzt aus.
Aus Intuition das Licht angeschaltet und siehe da: Gasannahme halbwegs da. Bin dann 40km heim wie folgt: in einem bestimmten Drehzahlbereich ist der Motor akzeptabel gelaufen (5. Gang bei ca 100 km/h), drunter/drueber fast gar nicht. Ohne Licht ging gar nix.
Diagnose: Regler OK, Batterie kollabiert (waehrend des Abstellens, haha), nicht mehr ladbar, schaetze Plattenschluss.
Vermutlich hat das Fahrlicht hat als Verbraucher den Regler etwas entlastet u. Spannung mitgeregelt.

D.h. wenn es passiert:
1. Schwarzaergern ueber den fehlenden Kickstarter :twisted:
2. Beten, dass es nicht mitten im Abseits der Zivilisation passiert (Modern-Times-Alternative zur Zivilisation: Handtaschen-LiPo-Startakku/Booster)
3. Gebet erhoert: mit zivilisatorischer Hilfe Mopped fremdstarten (Anschieben vergess mer mal gleich beim dem Topf)
4. Licht an (egal ob Abblend o. Fern)
5. im passenden Drehzahlbereich fahren und Motor bloss nicht mehr ausgehen lassen (z.B. an Ampeln Motor hochdrehend lassen)

Uebrigens: Batterie war eine Exide Gel, ca. 5 (?) Jahre alt. Hab jetzt wieder eine AGM-Vlies eingebaut, sollen angeblich ruettelfester sein - schau mer mal.

franky
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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von JAU » 08.10.2019, 15:52

Tipp von Hendrik: Den Temperaturfühler überbrücken das der Kühlventilator dauerläuft.

Und ja, in der Situation hilft erhöhte Last. Der Regler korrigiert die Spannung indem er bei erreichen der Grenze die LiMa kurzschließt. Die unnötig erzeugte Energie wird dann in der Wicklung in Wärme umgesetzt. Während dessen muss die Batterie für Strom sorgen. Kann sie das nimmer kotzt die Zündelektronik...
Mehr Last bedeutet die Grenze wird später erreicht und Kurzschlusslücke ist kürzer.

Eine Gelbatterie hilft da auch weil die nicht total hopps gehen. Ich bekam die Baghi sogar noch mehrfach (!) angeschoben. ;)


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Zuletzt geändert von JAU am 14.10.2019, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Hendrik » 13.10.2019, 23:37

Ja - in den meisten Fällen reicht das Einschalten des Licht nicht aus, "ohne" oder "mit vollständig defekter" Batterie normal weiterfahren zu können.

Dann ist in der Tat mit einer Sicherung als Behelfs-Brücke der Kühlerlüfter zu aktivieren. Damit kann man nahezu "unbegrenzt" weiterfahren.
Die Brücke ist schnell eingebaut.

Gruß
hendrik
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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von JAU » 14.10.2019, 08:55

Mir fällt da eine Detailfrage für frrranky ein die im Bezug zu einer These steht an der wir schon ein paar Jahre basteln:

Würdest du sagen das du "Langstrecke" gefahren bist als die (Gel-) Batterie hopps gegangen ist?


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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Bruno » 14.10.2019, 20:03

Langstrecke, wegen "gegrillt" vom Laderegler/Lichtmaschine? :/
Das war doch mal in der Diskussion... :?
Beste Grüße
Jens

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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von JAU » 15.10.2019, 21:33

Ja, so in etwa. Tod durch Überspannung.

Gel (aber auch AGM) sind empfindlicher im Bezug auf hohe Spannungen. Für ein langes Akkuleben soll bei den Typen nach erreichen der Ladeschlusspannung auch auf Erhaltungsladung bei niedriger Spannung gewechselt werden. Deswegen die Frage nach Langstrecke, einem Fahrprofil wo die Batterie viel geladen wird.


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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Bruno » 19.10.2019, 19:50

Ab wann ist es Langstrecke? :?
Wohl auch eine Ansichtssache... :D
Beste Grüße
Jens

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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Hendrik » 19.10.2019, 23:35

Ich sag mal, Langstrecke ist es dann, wenn es regelmäßig mehr als Stadtverkehr ist.

Also überwiegend fahren und nicht nur an Ampeln herumwarten...

Gruß

Hendrik
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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Matti » 11.11.2019, 20:22

frrranky hat geschrieben:
08.10.2019, 00:21
[...]
Modern-Times-Alternative zur Zivilisation: Handtaschen-LiPo-Startakku/Booster
[...]
Und den an kalten Tagen bitteschön in Sacknähe transportieren, weil kalte LiPos nicht so wirklich abgabebereit sind. Hab in meiner Freeride einen LiPo als Hauptakku - der muss immer erst durch sachte Stromagabe zur Eigenerwärmung zum Leben erweckt werden.

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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von frrranky » 12.11.2019, 19:20

Matti hat geschrieben:
11.11.2019, 20:22
Hab in meiner Freeride einen LiPo als Hauptakku
Matti, der LiPo ist hier nicht das Problem, das Problem liegt wo anders: https://youtu.be/KStI48Kn1LE (Klassiker f. alle FR-Treiber, einfach nebenher anhoeren ... :D )
Ein Maedel (Mechanikerin bei KTM) vom hiesigen MX Verein hatte ne FR u. stand bei jedem 2. Clublrennen an der Startlinie fest ...
An ein Gelaendemopped gehoert ein Kick, Punkt.
D.h. ich werd mir f. d. naechste Endurofahrt mit der MZ das Thema Notakku im Ruck(!)sack echt ueberlegen!

Wg. Ueberladung Gel: kann schon moeglich sein, wobei die Gels glaub ich schon lang nicht mehr so empfindlich sind wie frueher.
I.d.F. spricht der schlagartige Zusammenbruch aber wohl eher fuer einen Vibrationsschaden, kenne das aus der Laverda-Szene, mit den Ruettelmotoren ist das 'normal' (auch Hawker wird gehimmelt).

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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von JAU » 13.11.2019, 12:55

frrranky hat geschrieben:
12.11.2019, 19:20
An ein Gelaendemopped gehoert ein Kick, Punkt.
Es sei denn man macht den Starter gleich so groß das man den Verbrenner ganz weglassen kann. :D
frrranky hat geschrieben:
12.11.2019, 19:20
wobei die Gels glaub ich schon lang nicht mehr so empfindlich sind wie frueher.
Ich wüsste nicht was sich an der Physik geändert haben könnte das es heute anders ist.
Der Unterschied ist eigentlich nur das die Dinger billiger geworden sind das man den Nachteil eines frühzeitigen Ablebens verschmerzen kann. Wobei der Preis ja so gering ist weil man beim Blei nicht ganz so sauber trennt, also von der Chemie her eher schlechter als besser da steht.
frrranky hat geschrieben:
12.11.2019, 19:20
I.d.F. spricht der schlagartige Zusammenbruch aber wohl eher fuer einen Vibrationsschaden,
Glaub ich nicht, deswegen die konkrete Nachfrage bezüglich Langstrecke. Wir konnten ja Nachweisen das die Bordspannung (an der MZ) nachvollziehbar zu hoch für Gelakkus ist.
frrranky hat geschrieben:
12.11.2019, 19:20
(auch Hawker wird gehimmelt)
In meinem Fall sprechen wir von 2 Hawker über 6-7 Jahre. Da sprechen die meisten halt nicht so gerne drüber weil die Dinger echt schweineteuer sind.


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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von frrranky » 14.11.2019, 00:30

JAU hat geschrieben:
13.11.2019, 12:55
Es sei denn man macht den Starter gleich so groß das man den Verbrenner ganz weglassen kann. :D
:lol: ne E-MZ - gab's da nicht mal den Werbeslogan E=MZ^2 ?
Ich wüsste nicht was sich an der Physik geändert haben könnte das es heute anders ist.
auch wieder wahr
Glaub ich nicht, deswegen die konkrete Nachfrage bezüglich Langstrecke. Wir konnten ja Nachweisen das die Bordspannung (an der MZ) nachvollziehbar zu hoch für Gelakkus ist.
Wie gesagt, ein Tag lang Vulkaneifelkurvenkratzen. War aber nicht das erste mal, dass die MZ mit der BAtterie 'Langstrecke' gefahren ist.
Bordspannung ist bei meiner MZ, wenn die Erinnerung nicht truegt, 14.5.
Da sprechen die meisten halt nicht so gerne drüber weil die Dinger echt schweineteuer sind.
den Effekt konnt ich auch schon beobachten :)

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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von JAU » 14.11.2019, 11:18

frrranky hat geschrieben:
14.11.2019, 00:30
War aber nicht das erste mal, dass die MZ mit der Batterie 'Langstrecke' gefahren ist.
Bei mir auch nicht. Mir ist die Hawker das zweite Mal ja bei der Heimfahrt vom Treffen verreckt.
frrranky hat geschrieben:
14.11.2019, 00:30
Bordspannung ist bei meiner MZ, wenn die Erinnerung nicht truegt, 14.5.
Klingt erstmal normal (ist statisch betrachtet für einen voll geladenen Gel-Akku eigentlich auch schon zu viel).
Da ist allerdings die Frage wo gemessen wird. Ist das vorne am Kabelbaum nach dem Zündschloss ist der Spannungsabfall nicht berücksichtigt und die Spannung an der Batterie kann ein knappes Volt höher sein.


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Re: Batterie Kollaps: Tipp fuers Weiterfahren

Beitrag von Hendrik » 14.11.2019, 22:52

Bei eingeschaltetem H4-Licht ist es wirklich fast ein Volt zwischen dem vorderen Abgriff und direkt an der Batterie.
Am besten Messen, wenn das Licht aus ist, dann passt der Wert am besten.
Bei meiner Forest war die Spannung immer zu hoch. Eine Hawker hielt rund 30.000km - nicht viel.
Bei meiner Frau hielt die Hawker auch 30.000km - aber halt ca. 10 Jahre ;-) - Sie fährt halt Stadtverkehr.
Ich habe die Sense-Leitung des Regler umgeklemmt, die Batterie als Verschleißteil "abgespeichert", ein kleines Motorradstarthilfekabel eingepackt und den Notlauf der Baghi ohne Batterie eingeübt.
Damit kommt man ganz gut zurecht.
Gruß
Hendrik
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